12.01.2011
Aus der Kategorie: Kaffee
Auch für Kaffee-Liebhaber etwas gewöhnungsbedürftig! "Kopi Luwak"

Ob man es nun wahr haben möchte oder nicht, es gibt tatsächlich Kaffee der kommt im wahrsten Sinne des Wortes “aus der Katze”. Aber keine Angst, dass heißt jetzt nicht das irgendwelche Menschen versuchen Katzen aufzubrühen – die Katze fungiert dabei eher als Mitarbeiter und Bioreaktor. Aus Indonesien – genauer von den Inseln Sumatra, Java und Sulawesi – stammt der Kaffee mit dem Namen “Kopi Luwak”, ganz frei übersetzt “Katzenkaffee”.

Ganz normal dort an einem kleinem Baum oder Strauch gewachsen, wird diese Kaffeeart von einem ganz speziellen Mitarbeiter weiterverarbeitet und verfeinert. Bei diesem Arbeitsschritt werden die zu Boden gefallenen Kaffeefrüchte von einer Schleichkatzenart “Paradoxurus hermaphroditus” gefressen und wieder ausgeschieden.

Verdauen kann die Katze dabei jedoch nur das Fruchtfleisch der Beere. Was dann da so unter anderem in den Exkrementen dieses Mitarbeiters übrig bleibt, ist der Samen der Frucht. Im Fachjargon auch Kaffee-Kirsche genannt, auf Deutsch ganz einfach: die rohe Kaffeebohne.

Im Darm der Katze werden die Kaffee-Kirschen Enzymen ausgesetzt, welche die Geschmackseigenschaften ändern. Dabei entsteht ein dunkles und volles, aber auch etwas „muffiges“ Aroma. Die so verfeinerten Kirschen, werden von den Einwohnern aus den wilden “Katzenklos” gesammelt, gewaschen und normal weiter verarbeitet.

Visuell also ganz einfach:

Eine Untersuchung des kanadischen Lebensmittelchemikers Massimo Marcone zeigte winzige „Krater“ auf der Oberfläche der Kopi Luwak Bohnen, die bei herkömmlichen Kaffeebohnen fehlen. Er vermutet darin Spuren, die von den Verdauungssekreten der Katzen herrühren. Außerdem waren die in den Kaffeebohnen gespeicherten Proteine durch Verdauungsenzyme zum Teil ganz abgebaut, zum Teil in kleinere Moleküle gespalten, die dann beim Rösten der Bohnen Aroma und Geschmack mitbestimmen.

Nachfrage und der Mist an der ganzen Sache

Wer nun denkt: “Das kauft doch keiner!” täuscht sich leider ein wenig. Dieser Kaffee ist sogar der teuerste Kaffee den man überhaupt bekommen kann. Bei der Art der Verfeinerung aber auch kein Wunder. In Europa kann man schon mal bis zu 1.000 Euro für ein Kilogramm dieses Kaffees bezahlen.

Ob ich so einen Kaffee trinken würde? Einmal kosten – Ja, eine ganze Tasse davon trinken – Nein. Aber nicht weil ich die spezielle Art der Verfeinerung eklig finde, sondern weil die Einwohner mittlerweile aus reinem Profit die Schleichkatzen fangen und übermäßig mit den reinen Kaffeekirschen füttern. Die Tiere verenden nach kurzer Zeit an Mangelernährung.

Mittlerweile soll es an manchen Orten sogar schon Legehennenbatterieähnliche Zustände geben.

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